Neues Aktionsbündnis gegen den Großflughafen Schönefeld gegründet
Sieben Monate vor der geplanten Eröffnung des Großflughafens in Berlin-Schönefeld hat sich ein neues Aktionsbündnis mit dem Namen »Für ein lebenswertes Berlin-Brandenburg ohne Fluglärmbelastungen« gegründet. Ziel des Bündnisses ist es, den Flughafen dauerhaft perspektivisch so zu gestalten, dass lediglich der Flugbedarf von Berlin und Brandenburg abgedeckt wird.
Der Interimssprecher des Aktionsbündnisses, Matthias Schubert, äusserte sich nach der Gründung am 19.10.11 so:
Der Flughafen BER Schönefeld wurde als Flughafen für den regionalen Flugbedarf der Bundesländer Berlin und Brandenburg planfestgestellt und genehmigt. Nun soll er jedoch als internationales Drehkreuz betrieben werden. Der Flughafen, der jetzt Realität werden soll, hat nichts mit dem Flughafen zu tun, der von der Politik und den zuständigen Behörden geplant, angekündigt und bewilligt wurde.
Zum Aktionsbündnis haben sich zusammengeschlossen:
- Friedrichshagen
- Großbeeren
- Kleinmachnow
- Info-Büro Fluglärm Lichtenrade
- Lichterfeld
- Ransgdorf
- Schöneicher Forum gegen Fluglärm
- Spandauer Süden
- Stahnsdorf
- Teltow
- Wilhelmshagen-Rahnsdorf
- Zeuthen
Schönefeld, so Schubert weiter, könne nie eine raumverträgliche Lösung sein, wenn nicht umgehend mit der Absiedlung der Schwerstbetroffenen begonnen werde. Zu den Forderungen des Aktionsbündnisses gehört ausserdem:
- Gesetzliche Verankerung eines uneingeschränkten Nachtflugverbots zwichen 22 und 6 Uhr
- Gestaltung der Betriebsverfahren so, dass nur der Flugbedarf von Berlin und des Landes Brandenburg gedeckt wird
- Widerstand gegen die Pläne der Deutschen Flugsicherung (DFS), die neue Routinen für Landeanflüge organisieren will, um Kosten zu sparen
Schubert erinnerte die derzeit verantwortlichen Politiker im Land Brandenburg und Berlin sowie auf Bundesebene:
Die Divergenzen zwischen genehmigtem und von den drei staatlichen Eigentümern (26 % Bund, je 37 % Berlin und Brandenburg) in Wahrheit beabsichtigtem Flughafen sind so erheblich, dass der Planfeststellungsbeschluss abwägungsfehlerhaft und rechtswidrig ist.
Das neu geschmiedete Bündnis beabsichtigt, seine Kräfte zu bündeln und noch härteren Widerstand gegen den »unmenschlichen Standort« (Stolpe) zu leisten. Dazu sind auch andere Bürgerinitiativen aufgerufen, sich dem neuen Bündnis anzuschließen.
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