Drehkreuz am BBI - Der Wahnsinn geht weiter
Nachdem sich bereits der Berliner Bürgermeister Klaus Wowoereit vehement für einen weiteren Ausbau des zukünftigen BBI ausgesprochen hatte und dessen Gegnern wirtschaftliche Inkompetenz
vorwarf - kommt nun ein Vertreter der Berliner Flughäfen hinzu. Drehkreuz am BBI: Der Wahnsinn geht weiter. Ein Kommentar von Yvonne Schreiner.
Ralf Kunkel ist Pressesprecher der Berliner Flughäfen. Und wenn doch mal ein freier Augenblick bleibt, schreibt er für unseren Blog über seine Arbeit als Pressesprecher.
(Pressestelle Berliner Flughäfen).
In einem Blogeintrag schrieb Ralf Kunkel kürzlich, der neue Flughafen Berlin Brandenburg International würde am 03. Juni 2012 eröffnet werden. Er ist voll des Lobes über die zukünftigen BBI-Perspektiven und den Standort in Schönefeld. Seiner Ansicht nach ist der BBI am Standort Schönefeld:
voll drehkreuzfähig. Der Flughafen bietet genügend Wachstumsmöglichkeiten für die nächsten Jahrzehnte. (Hervorh. d. Red.)
Die Aussage klingt auf die Fluglärmbetroffenen wie Hohn und Spott. Es ist ein zusätzlicher Hinweis auf den Bau einer weiteren Start- und Landebahn in Schönefeld.
Der zukünftige BBI-Flughafen wurde nicht als Großflughafen mit einer Drehkreuzfunktion durch den Planfeststellungsbeschluss von 2004 genehmigt. Eine Drehkreuzfunktion lässt sich jedoch nur mit dem Bau einer weiteren Start- und Landebahn realisieren. Dass die dritte Piste in den Startlöchern steht, ist im Report der BBI-Verschwörer und in den Aussagen der Brandenburger Landesregierung nachlesbar. Auch der frühere Ministerpräsident Mafred Stolpe (SPD) bestätigte jüngst den geplanten Bau einer weiteren Piste.
Das Ergebnis einer um das Jahr 2020 genehmigten dritten Piste bzw. die Genehmigung eines Drehkreuzfunktion führt zur Verlärmung des Berliner Stadtgebietes und muss mit großräumigen Absiedlungen südlich des Standortes Schönefeld (Rangsdorf, Zeuthen) einher gehen. Die derzeitigen Diskussionen um Flugrouten sind angesichts dieser Perspektiven nutzlos und verschieben das Problem lediglich zeitlich und innerhalb der Fluglärmbetroffenen. Das kann und wird den derzeit poltisch Verantwortlichen der SPD persönlich egal sein. Sie werden sich dann im Ruhestand befinden - fernab vom BBI-Fluglärm.
Es ist aber dann davon auszugehen, dass der Gesetzgeber die Grenze des zumutbaren Fluglärms heraufsetzen wird. Dann ist es gesetzlich halt zumutbar, wenn in vergleichbarer Weise die Fahrzeuge einer Autobahn in 10 m Entfernung vorbei donnern oder einer Kreissäge in einer Entfernung von einem Meter aufheult. Genau das haben die in Fukushima Verantwortlichen bei der Atomreaktorkatastrophe mit den zulässigen Strahlengrenzwerten auch getan. Und die radioaktiven Strahlen sind erheblich gefährlicher als Fluglärm. Kein Grund für deutsche Politiker, die Grenzen für zulässigen Fluglärm nicht heraufzusetzen.
Wenn Kunkel davon spricht, der BBI-Standort Schönefeld würde genügend Wachstumsmöglichkeiten für die nächsten Jahrzehnte und eine Drehkreuzfunktion bieten, verkennt er die existierenden Gutachten. Diese bringen es auf den Punkt:
Der Flughafen hat keine Perspektive an diesem Standort. (BBI-Gutachter Dieter Faulenbach da Costa)
Pick-News
Der Report der BBI-Verschwörer
Zu jedem Skandal, zu jedem Betrug, zu jeder arglistigen Täuschung und zu jedem Mordfall gibt es einen Report. In ihm ist festgehalten, wer mit wem und mit welchem Ziel konspirierte. In diesen Reports steht auch, wie das Ziel bestmöglich erreicht werden kann. Mal betreffen die eingesetzten Mittel nur Einzelne, mal sind es Tausende Menschen. Die Wahl der Mittel reicht von kleineren Täuschungen bis hin zum Bruch von unverhandelbaren Menschenrechten. Dabei geht es nicht immer um Geld, sondern häufig auch um politische Überzeugungen.
Der Report der BBI-Verschwörer - ein Kommentar.
Fluglärm-BBI-Karte veröffentlicht
Die Taz hat eine grafische Karte zum BBI erstellt, in der der Fluglärm entsprechend der Beschlüsse der Fluglärmkommission (bei der die Mehrheit die Minderheit überstimmt) aus März 2011 straßengenau abgebildet wird.
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