Protest gegen die große Flughafenlüge
Am morgigen Sonnabend treffen sich erneut die Gegner von neuen Flugrouten am Airport Berlin Brandenburg (BBI) und dem Standort in Schönefeld. Der diesmalige Veranstalter der regelmäßig stattfindenden Demonstration, der Bürgerverein Schallschutz Rangsdorf e.V. (BISS), rechnet mit etwa 10.000 Teilnehmern. Die Bürgerintitiative Weg mit Flugrouten über Kleinmachnow demonstriert dieses Mal unter dem Motto: »Protest gegen die große Flughafenlüge« und veröffentlichte unter diesem Motto eine Pressemitteilung.
Pressemittilung der Bürgerinitiative Weg mit Flugrouten über Kleinmachnow
Samstag BBI-Demo in Schönefeld:
Protest gegen die große Flughafenlüge
Was uns von und über diesen Flughafen aufgetischt wird, schreit zum Himmel
, kommentiert man in der Bürgerinitiative Kleinmachnow gegen Flugrouten e.V. die konspirative Informationspolitik zu dieser Einrichtung:
Da versichert der Flughafensprecher am 23.4.2011 im öffentlichen Fernsehen, es sei jetzt ganz sicher, dass Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow bei Starts und Landungen am neuen Hauptstadtflughafen BBI nicht überflogen werden. Sein Flughafenchef dagegen sieht sich bis heute nicht in der Lage, dies den Bewohnern der Region definitiv zu bestätigen.
Da versichert der Flughafensprecher am internationalen Tag gegen den Lärm, im Jahr 2023 würden vom Fluglärm des BBI lediglich noch 59.600 Menschen betroffen. Dabei weiß er, dass diese Vorgabe aus der Planfeststellung Makulatur ist, seit der BBI, die Deutsche Flugsicherung und zuständigen Regierungen alles daran setzen, über dramatisch veränderte Flugrouten einen Großflughafen mit gewaltigen Kapazitäten durchzuboxen. Davon würden dann jedoch weit über 1 Million Menschen in Brandenburg und Berlin von Fluglärm und gesundheitsschädlichen Abgasen belastet.
Da behauptet der Flughafen, durch ein Nachtflugverbot würden plötzlich 18.000 Arbeitsplätze beseitigt. Dabei weiß jeder, dass dieser Flughafen schon in wenigen Jahren eine „Innenstadtlage“ sein wird, an der niemals ein Rund-um-die-Uhr-Betrieb möglich war und ist. Das ist den Verantwortlichen von sachkundigen Planern immer schon vorhergesagt worden.
Da lockt der Flughafenchef Investoren, indem er die „verdammt zentrale Lage“ anpreist und am 2.5.2011 in einer Presseveröffentlichung vorspiegelt, er könne die Kapazität des Airports „rechtlich abgesichert“ von planfestgestellten 30 Millionen Passagieren im Jahr auf 45 Millionen ausbauen. Das entspricht bei den Flugbewegungen etwa einem Sprung von 360.000 auf 560.000 Flüge pro Jahr. Diese Zahl von 560.000 steht so zwar auch auf S.14 im BBI-Flughafenatlas, findet sich aber nirgendwo im Planfeststellungsbeschluss. Infrastrukturstaatssekretär Bretschneider aus dem zuständigen Brandenburgischen Ministerium hat zuletzt nach der Sitzung der Fluglärmkommission am 11.4.2011 auf Fragen aus Kleinmachnow öffentlich erklärt, planfestgestellt seien 360.000 Flüge. Bei den 560.000 im Flughafenatlas sei er sich mit Flughafenchef Schwarz einig, dass es sich um einen „Tippfehler“ handele. Im Anhörungsbericht zur Planfeststellung auf S. 224 ist das Internationale Drehkreuz ausdrücklich fallen gelassen worden.
BBI-Schönefeld braucht zwingend eine strikte Kapazitätsbegrenzung, die endgültige Aufgabe jeglicher Drehkreuzphantasien sowie ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr. Wer anderes wolle, müsse dazu einen anderen Standort suchen. Das steht im Fokus der morgigen Groß-Demonstration in Schönefeld.
Kleinmachnow, den 6.5.2011
V.i.S.d.P.: Matthias Schubert
Unterberg 31
14532 Kleinmachnow
Tel.: 015140133961
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