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Flughafen BBI bitte kommen - Wo fliegen die denn

28. April 2011

Regiert am BBI das Chaos? Rechtsanwälte meinen, die Kostenerstattungsvereinbarungen zum Schallschutzprogramm entsprechen nicht den Vorgaben aus dem Planfeststellungsbeschluss. Und nun stellt eine Bürgerinitiative heute an die Pressestelle der Flughafengesellschaft Airport Berlin Brandenburg (BBI) eine einfache Frage. Können die da denn nicht rechnen? BBI bitte kommen ... auf allen Frequenzen antworten.

Presseveröffentlichung der Bürgerinitiative Weg mit Flugrouten über Kleinmachnow

Frage an den BBI-Pressesprecher:

Wo fliegen Sie denn?

Über 1 Million Berliner und Brandenburger werden künftig im Fluglärm gefangen sein, wenn der neue Hauptstadtflughafen BBI so wie jetzt geplant mit abknickenden Abflugrouten in Betrieb gehen sollte, hält MICHAEL LIPPOLDT von der Bürgerinitiative Kleinmachnow gegen Flugrouten e.V. der neuen Beschwichtigungs-Propaganda aus der Flughafen-Pressestelle entgegen. Diese werbe nun erneut damit, dass im Jahr 2023 lediglich noch 59.600 Menschen vom Lärm aus Schönefeld betroffen sein sollen. Von Tegel, Tempelhof und dem alten Schönefeld-Flughafen seien zusammen dagegen 225.800 Menschen mit einem Dauerschallpegel von 55 dB (A) belastet worden.

Die Flughafen-Pressestelle berufe sich auf Angaben aus dem Gemeinsamen Landesentwicklungsplan Flughafenstandortentwicklung (LEP FS) mit den dort zugrunde gelegten geraden An- und Abflugrouten. Sie verschweige jedoch, dass die wirklichen Zahlen über die neu vom Lärm Betroffenen dramatisch höher ausfallen. Denn seit dem 6. September 2010 planen die Deutsche Flugsicherung und mit ihr die BBI-Betreiber des künftigen Flughafens mit abknickenden Abflugrouten. Für diese gehe inzwischen auch das zuständige Brandenburgische Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft von einer Betroffenenzahl im siebenstelligen Bereich aus. Bestätigt wird diese Annahme durch eine ingenieurwissenschaftliche Untersuchung, die von der BI Kleinmachnow beauftragt worden ist, und deren Ergebnisse die mit der Planfeststellung geweckten Erwartungen für eine nachhaltige Entlastung durch den Single-Airport zunichte machen. Statt der 59.600 Menschen, die die Flughafenplaner im 55-dB-(A)-Schutzgebiet verortet hatten, sind jetzt ca. 102.550 betroffen. Abwägungserheblichen Lärm sollen statt 30.600 Bürgern demnächst fast 250.000 ertragen. Weitere 270.000 kommen hinzu, sobald die Piloten bei einer Höhe von 1.500 m ihre vorgeschriebene Route verlassen dürfen und damit den Krach noch weiter ins Land und über die Stadt tragen. Und nochmals etwa 620.000 Menschen werden durch die Anflüge in das Lärmchaos hineingezogen. Die Zahl der Betroffenen wachse somit schnell auf ein Drittel der Einwohner Berlins und des Brandenburger Umlands.

BBI-Schönefeld brauche deshalb zwingend eine strikte Kapazitätsbegrenzung durch die geraden Flugrouten der Planfeststellung, deren ausschließliche Nutzung vom und bis zum Autobahnring obligatorisch sein muss, sowie ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr. Wer anderes wolle, müsse dazu einen anderen Standort suchen, wie dies das Bündnis Berlin Brandenburg gegen die neuen Flugrouten fordert.

Kleinmachnow, den 28.4.2011

V.i.S.d.P.: Michael Lippoldt
Am Weinberg 7
14532 Kleinmachnow

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